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2. 8.2010

Interesse an Realisierung von Nahwärmenetzen im GVV-Raum

Hüfinger Ortsteile Mundelfingen und Sumpfohren planen Nahwärmenetze

 

In Mundelfingen liegt der Selbstversorgungsanteil bei Strom durch viele private und gemeinschaftliche PV-Projekte derzeit bei stolzen 82 Prozent. Bei der Wärme ist eine ähnliche Größenordnung möglich. Der Landwirt Ferdinand Bäurer will nämlich auf seinem Hof eine große Biogasanlage errichten lassen. Ähnlich wie in Hüfingen soll ein Nahwärmenetz an die nun geplante Biogasanlage, die neben Strom auch jede Menge Wärme über den Gasverbrennungsmotor (Blockheizkraftwerk) produziert, angeschlossen werden. Geplant ist zudem, die Wärmekapazität der Anlage über einen zusätzlichen Holzkessel zu verbessern. Rund 30 Gebäude in Mundelfingen könnten über die neue Anlage mit Wärme versorgt werden. Daher wurden mindestens 25 Hausbesitzer gesucht, die Interesse an dem Nahwärmeprojekt zeigen. Während sich bereits 35 Interessenten für den sofortigen und 30 weitere Anwohner für einen späteren Anschluss an ein Nahwärmenetz gefunden hat, gibt es für Sumpfohren jedoch noch keine Rückmeldungen aus dem Ort.

Im Hüfinger Ortsteil Sumpfohren hat der Gemeindeverwaltungsverband hierzu am Mittwoch, 19.05.2010 zu einer Informationsveranstaltung in den Bürgersaal eingeladen und stellte dort das Vorhaben einer Nahwärmeversorgung zur Diskussion, das im Gegensatz zur Biogasversorgung die Wärme direkt in die Häuser liefern soll. Das Interesse an der Informationsveranstaltung über Nahwärme in Sumpfohren war sehr groß. "Die technischen Entwicklungen machen eine Nahwärmeversorgung heute ohne Wärmeversluste möglich", so Gerhard Bronner vom Umweltbüro des GVV. Als Investor signalisieren die Stadtwerke Radolfzell Interesse. Die regionale Wertschöpfung durch die Rekommunalisierung der Stromerzeugung sichere langfristig den Standort. Um eine Anschlussquote von mindestens 50 Haushalten zu erzielen, hält Hr. Pucher von der Planungs- und Betreiberfirma "Clean Energy" eine Anschlussgebühr bis maximal 3.000 € für gegeben. Der jährliche Grundpreis könne 240 und 500 Euro, die Verbrauchsgebühr zwischen fünf und zehn Cent pro Kilowattstunde liegen. Das Nahwärmenetz kann in 20 Jahren problemlos für die Einspeisung anderer Energieformen genutzt werden merkte Umweltberater Gerhard Bronner an. Es ist davon auszugehen, dass sich die Konkurrenz zwischen Energielandwirten und Nahrungsmittelproduzenten für beide Seiten positiv entwickele. Betrieb und Investition eines Nahwärmenetzes ließen eine Vielzahl von Kooperationspartnern zu. Das können die Stadtwerke Radolfzell oder Hüfingen sein, aber auch eine Sumpfohrener Betreibergenossenschaft sein.

Quelle: Schwarzwälder-Bote, 11.06.2010 / Südkurrier 19.02.2010