KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH

Dr.-Ing. Volker Kienzlen, Geschäftsführer, KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH

Energiekonzepte = zukunftsorientiert planen

Wenn Neubaugebiete geplant, Quartiere saniert oder größere Liegenschaften modernisiert werden, wird auch über deren Energiebedarf in den nächsten 50 Jahre entschieden. Angesichts aktueller Preisentwicklungen, beginnender Ressourcenverknappung und der sich abzeichnenden Klimaveränderung müssen wir heute den Energiebedarf minimieren und verstärkt erneuerbare Energien nutzen.

Bei Neubaugebieten sollte grundsätzlich zuerst geprüft werden, inwieweit sich der Energiebedarf minimieren lässt, und dann verschiedene Varianten der Wärmeversorgung verglichen werden. Nahwärmenetze bieten beispielsweise die Chance, Energieträger wie Holzhackschnitzel oder Pellets zu nutzen oder in der Heizzentrale mit einem BHKW Strom zu erzeugen. Örtliche Randbedingungen wie Abwärme in der Umgebung, ein Landwirt, der eine Biogasanlage plant oder ein Südhang, an dem sich die Solarenergienutzung aufdrängt, müssen individuell geprüft werden.  

Auch im Gebäudebestand lohnt es sich zu prüfen, ob eine Kombination aus Nahwärme und Bedarfsminderung zu einem langfristig wirtschaftlich tragfähigen System führt, das gegenüber einer bestehenden dezentralen Wärmeversorgung auch ökologische Vorteile bietet. Öffentliche Gebäude und größere Wohngebäude können hier ein Ausgangspunkt sein.Viele Mitstreiter und ein langer Atem sind erforderlich, um solche Konzepte umzusetzen.

Stadtwerke können hierfür gute Partner vor Ort sein.